creativezurich.ch Kreativwirtschaft im Raum Zürich
 
 

Zahlen & Fakten

Definition Kreativwirtschaft

Die Zürcher Hochschule der Künste ZHdK (vormals HGKZ) hat im ersten Kulturwirtschaftsbericht der Schweiz das Drei-Sektoren-Modell vorgestellt. Bei diesem stehen der private (Wirtschaft), der öffentliche (Staat) und der intermediäre (Zivilgesellschaft) Sektor untereinander in kapillaren Austauschbeziehungen. Mit der Fortschreibung des Berichts wurde die Kreativwirtschaft in die folgenden dreizehn Teilmärkte gegliedert:

  • Musikwirtschaft
  • Buchmarkt
  • Kunstmarkt
  • Filmwirtschaft
  • Rundfunkwirtschaft
  • Darstellende Kunst
  • Designwirtschaft
  • Architekturmarkt
  • Werbemarkt
  • Software- / Games-Industrie
  • Kunsthandwerk
  • Pressemarkt
  • Phonotechnischer Markt

Diese Gliederung erlaubt eine separate empirische Analyse jedes einzelnen Teilmarktes, wie dies von den meisten Fachverbänden der Kreativwirtschaft gewünscht wird. Zugleich lassen sich (wie bisher) verwandte Teilmärkte zusammenzufassen. Welche Berufsfelder welchem Teilmarkt zugerechnet wurden und welche wirtschaftliche Bedeutung sie haben, kann dem Zweiten Zürcher Kreativwirtschaftsbericht entnommen werden.

Einige ergänzende Überlegungen und Abgrenzung zur Kultur

Sobald von der Kreativwirtschaft die Rede ist, stellt sich die Frage nach der Abgrenzung zwischen der Kreativwirtschaft und der Kunst bzw. Kultur. Allem voran muss festgehalten werden, dass die beiden Bereiche "Kunst & Kultur" und "Kreativwirtschaft" nicht streng auseinander gehalten werden können. Trotzdem bestehen bei einigen Merkmalen wesentliche Unterschiede, z.B. bei den Fragen rund um die Existenzsicherung, dem Umgang mit kommerziellen Zwängen sowie dem Zugang zu Fördermitteln.

Kulturschaffende haben teilweise Zugang zu Fördermitteln

Bei den Kulturschaffenden stehen die künstlerische Freiheit und der hierfür erforderliche Nährboden im Vordergrund. Nur selten werden rein kommerzielle Absichten verfolgt. Mit der Kunst- und Kulturförderung der öffentlichen Hand werden Kulturinstitutionen und Künstler/innen verschiedener Sparten finanziell unterstützt. Unter anderem durch die Mitfinanzierung von Produktionen und Aufführungen (Musik, Theater und Tanz), durch die Verleihung von Auszeichnungen sowie durch die Vermittlung von Atelieraufenthalten im Ausland und schliesslich durch Werkbeiträge / -ankäufe. Eine wichtige Rolle spielt auch das private Mäzenatentum. Angeführt werden muss auch noch, dass viele Künstler/innen neben ihrer künstlerischen Tätigkeit einem existenzsichernden Erwerb nachgehen müssen.

Kreativwirtschafter/-innen sind vielfach gefordert

Mit dem Begriff "Kreativwirtschaft" werden Unternehmen zusammengefasst, die sich auf erwerbs-wirtschaftlicher Basis mit der künstlerischen und kreativen Produktion, ihrer Vermittlung und der medialen Verbreitung der daraus entstehenden Güter und Dienstleistungen befassen. Kreativwirtschafter/innen sind - wie weiter oben aufgeführt - in zahlreichen Bereichen tätig.

In der Regel sind Kreativwirtschafter/innen in ihrem Hauptgeschäftsfeld als selbständige (Kleinst-)Unternehmer/innen tätig. Sie müssen damit ihre Existenz sichern und sich auf dem in- und ausländischen Markt behaupten. Die Kreativwirtschaft weist einen hohen Anteil von Frauen-Unternehmen auf.

Grauzonen: Weil sich alles nicht so leicht auseinander dividieren lässt

Eine haarscharfe Trennlinie zwischen Künstlern und Kreativwirtschaftern lässt sich nicht ziehen. Immer wieder sind Kreativwirtschafter/innen auch bei Projekten involviert, die einen hohen künstlerischen sowie ideellen Anspruch und zugleich kommerzielles Potenzial haben. Kommt ein solches Projekt zustande, profitieren auch andere Wirtschaftszweige: z.B. der Tourismus, die Gastronomie und das Gewerbe.

Doch gerade solche Projekte können in der Anfangsphase ohne finanzielle Unterstützung, Sponsorenbeiträge oder Risikogarantien nicht kostendeckend - geschweige denn gewinnbringend - umgesetzt werden. Diese erhalten sie aber kaum von der öffentlichen Hand: die Kultur- und Wirtschaftsförderungen können lediglich ideelle Unterstützung bieten. Deshalb sind privatwirtschaftliche Mittel gefragt.

Was folgt auf die Street Parade?

Die Street Parade mag zwar in Kreativkreisen nicht zwingend das beliebteste Beispiel sein. Sie eignet sich aber trotzdem hervorragend um aufzuzeigen, wie eine ursprünglich kleine Gruppe aus dem Kreativumfeld mit viel Herzblut und ohne Gewinnstreben, die Street Parade kontinuierlich zu einem Event entwickelt hat, der jährlich, Hunderttausende von Menschen anzieht. Dass davon etliche Wirtschaftszweige massgeblich profitieren liegt auf der Hand. Schliesslich hat sich auch das Image von Zürich dank diesem Anlass verändert: Zürich steht heute nicht mehr nur für das "Nummernkonto am Paradeplatz", sondern auch für Lebensqualität, Toleranz, kulturelle Vielfalt und nach wir vor für wirtschaftliche Stärke. Dies macht sich sowohl beim Individual- als auch beim Business-Tourismus bemerkbar.

Auch wenn nur wenige Projekte aus dem Kreativumfeld eine derartige Ausstrahlung zu entfalten vermögen, so tragen sie doch in ihrem spezifischen Umfeld zu einer Attraktivitätssteigerung des Standortes Zürich bei und vermögen Interessierte aus dem In- und Ausland anzuziehen.

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Haben die Printmedien ausgedient?
am 27. Oktober 2010
im Zentrum Karl der Grosse
 
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